Die Geschichte einer Spezialität

Im 19. Jahrhundert eroberten die Eisenbahnen das Bergische Land. Aus den großen Städten schwärmten die Leute mit dem neuen Beförderungsmittel in die ihnen bis dahin unbekannte Region aus und wanderten durch Feld und Wald. Das gab Hunger und Durst. Gern reichte man ihnen, was gut für den Magen war. Dadurch klingelten auch die Kassen, und so kam es, dass Reklame gemacht wurde. "Vorzüglicher Kaffee mit gut. reichl. Zutaten ", "Tägl. große Kaffee-Restauration", "Guter Kaffee mit Bauernblatz und Reisbrei RM. 1,25", "ff. Kaffee mit und ohne Zutaten", "Gartenwirtschaft und Kaffeerestauration" usw. war in Anzeigentexten zu lesen. Im Mai 1929 tauchte erstmals eine Werbung mit den Worten "Kaffee nach berg. Art" auf. Das Adjektiv "bergisch" kam nun immer häufiger vor. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges hatte sich die Bezeichnung "Bergische Kaffeetafel" durchgesetzt.
Dem Museum Wülfrath ist es zu verdanken, dass sich diese Tradition nach dem Krieg fortgesetzt hat.
Bergische Kaffeetafel - Wahrzeichen und Brauchtum

Die so genannte vierte Mahlzeit mit Kaffee hat im Bergischen Land eine lange Tradition. Das belegen die schon im 18. und 19. Jahrhundert bekannten, kunstvoll aus Zinn gegossenen Dröppelminnas, die auf dem Kaffeetisch nicht fehlen dürfen. Man kann sich so recht die Gemütlichkeit in der Stube vorstellen, wenn ein Plauderstündchen mit heißem Kaffee, soviel man will, und reichlich Backwaren "met allem dröm un draan" (mit allem drum und dran) zelebriert wird.

Inzwischen ist die Bergische Kaffeetafel zum Wahrzeichen, ja, genau genommen, zu einem echten Brauchtum des Bergischen Landes geworden. Der "eilige" Gast sollte sich lieber nur ein Stück Kuchen aussuchen, weil eine Bergische Kaffeetafel immer reichhaltig und vielfältig angeboten wird, und dafür braucht man Zeit und Muße. Allerdings gibt es keine Vorschrift, die festschreibt, was im Einzelnen auf den Tisch kommen muss und in welcher Reihenfolge man es essen sollte. Waffeln dürfen aber auf keinen Fall fehlen. Der Phantasie sind darüber hinaus keine Grenzen gesetzt, weitere Leckereien zu servieren. Zum Abschluss bekommt man einen echten bergischen Korn gereicht.

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© Herbert Stahl, Bergisch Gladbach
Museum Stahl 
Das schwarze Gold aus dem Bergischen

Nein, nein, keine Sorge, wir reden nicht von Kohle und Erzen. Es geht um Kaffeebohnen. Die Kaffeepflanze gehört nicht zu den endemischen Gewächsen, aber ihre Früchte werden hier noch von Hand verarbeitet. Die bergische Kaffeerösterei Mocambo produziert erstklassige Bohnen für Expresso, Capuccino und Latte Macchiato. Klappt leider nicht mit der Dröppelmina...
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