|
|
|
|
|
|
|
Schicke Steigungen
Keine Gesamtlänge - hier herrscht Einzelwertung! Steigungen bis 21 Prozent |
|
|
 |
|
Steigungen fürs Training
Jedes Jahr das gleiche Problem: Radler, die im Herbst noch Bäume ausreißen konnten, müssen im Februar fast wieder bei Null anfangen. Die ganze Kondition ist weg. Nach der ersten Fahrt zwickt der Hintern und die Beine sind wie Pudding. Das muss nicht sein. Man kann auch Fahrrad fahren, wenn es draußen kalt ist. Überwintern in bergischen Breiten ist keine Kunst. Es gibt nur ein Hindernis, das im Weg steht: Man muss den inneren Schweinehund überwinden.
Wer das nicht geschafft hat, sollte sich spätestens jetzt wieder auf den Sattel schwingen. Zunächst wird man es bei kürzeren Strecken bewenden lassen. Viele Radfahrer neigen gerade zu Jahresbeginn dazu, ein wenig im Agger- oder im Sülztal herum zu gurken. Auch die Rundfahrt um den Wahner Flughafen ist beliebt bei Leuten mit Winterspeck. Aber um schnell wieder neue Kraft zu tanken, sollte man gleich von Anfang an keinem Berg aus dem Weg gehen.
Im Folgenden geben wir ein paar Tipps für Steigungen, die allesamt vor der Haustür liegen, aber kaum bekannt sind. Deshalb lässt es sich dort richtig gut trainieren.
Der Ferrenberg Mitten in Overath gelegen, ist die Steigung hoch nach Rappenhohn prima geeignet, um wieder Lust auf den Berg zu bekommen. Über gut tausend Meter geht es mit bis zu 15 Prozent Steigung auf sehr gutem Belag bergauf. Obwohl diese Strecke jedes Jahr bei "Rund um Köln" gefahren wird, sieht man hier nur wenige Tourenfahrer. WDR-Radsport-Ikone Herbert Watterott nennt den Ferrenberg auch "Hypotheken-Hügel", weil rechts und links der Straße schmucke Häuschen stehen, die bestimmt nicht billig waren.
Der Julweg An ihm fahren an schönen Tagen unzählige Radfahrer vorbei - und wissen nicht, was ihnen entgeht. Den Julweg findet man in Hoffnungsthal direkt an der Kirche. Geistlicher Beistand mag auch nötig sein, denn bei mitunter 18 Steigungsprozent geht es hoch nach Forsbach. Das sind etwa 2000 Meter. Dafür landet man in Forsbach dann genau da, wo die Häuser der Millionäre stehen. Die brauchten keine Hypotheken.
Der Ritzenberg Diese Steigung ist nur unmittelbaren Anliegern bekannt, obwohl sie in nächster Nähe zu einem Aushängeschild des Bergischen Landes, nämlich zum Bensberger Schloss liegt. Ausgehend vom Milchborntalweg hat die Straße - jetzt nicht erschrecken! - 21 Prozent Steigung. Sie ist aber nur 200 Meter lang. Schwung holen, rechtzeitig das kleinste verfügbare Ritzel auflegen und schon ist man fast oben.
Die Golfplatzstraße Nicht die in Refrath ist gemeint, sondern die in Steinenbrück. Von der Hauptstraße in Fahrtrichtung Heiligenhaus geht es rechts ab den Berg hinauf zum Lüderich. Bis zum Clubhaus sind es etwa 2000 Meter. Schilder weisen darauf hin, dass man die gut geteerte Straße nicht verlassen darf. Es sei denn, man nimmt in Kauf, dass einem die Golfbälle um die Ohren fliegen. Oben angekommen, könnte man sich mit dem Rad bis zum Königsforst durchschlagen. Aber dazu braucht man ein Mountainbike. Schmitzbüchel: Etwa auf halber Strecke zwischen Untereschbach und Immekeppel geht es links den Berg hinauf. Die schmale Straße hat auch ihre 15 Prozent Steigung und führt über dreieinhalb Kilometer bis kurz vor Moitzfeld. Eigentlich schade, dass man nur nach hinten raus einen tollen Blick hat. Trotzdem empfiehlt es sich nicht, die Straße in umgekehrter Richtung zu fahren. Einige quer über die Straße verlaufende Regenrinnen sind, wenn man sie nicht kennt, böse Sturzfallen. Zu guter Letzt: Der Kielsberg: Unmittelbar vor der Kirche in Immekeppel geht es links ab. Was dann kommt, ist wohl die härteste Steigung im Kreisgebiet. 2,5 Kilometer lang windet sich die Straße hinauf nach Oberkülheim. Stellenweise sind 20 Prozent zu bewältigen. Das Fiese jedoch ist, dass man mehrfach glaubt, man sei endlich oben. Aber dann kommt doch noch ein Stück. Wer den Kielsberg geschafft hat, der ist dann irgendwie auch im Frühling angekommen.
von Malte Ewert |
|
|
|
|
|